Ural 375 D – ein sowjetischer LKW-Oldtimer

Ein Ural 375 D LKW-Oldtimer mit Allrad auf der Geländestrecke des Technikmuseums Pütnitz.

Ein historisches Fahrzeug der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR zeigt im schweren Gelände was es kann.

Ural 375 D

Das schwere Gelände, die Domäne des Ural 375 D mit seinen drei angetriebenen Achsen, im Technikmuseum Pütnitz

Ural 375 D – Fotos einer Fahraktion des Technikmuseums Pütnitz für Selbst- und Mitfahrer.

Die ‚Technik des Ostens‘ im Technikmuseum Pütnitz am Saaler Bodden in Ribnitz-Damgarten.

Das noch recht wenig bekannte Technikmuseum Pütznitz nutzt das riesige Gelände eines ehemaligen Fliegerhorstes aus den 1930er-Jahren am nördlichen Ortsrand von Ribnitz-Damgarten in Mecklenburg-Vorpommern, das direkt an das Ufer des Saaler Boddens grenzt. 

Auf diesem etwas wilden Geländes mit seinen schon etwas maroden Gebäuden und ehemaligen Flugzeug-Hangars leistet der Technikverein Pütnitz e.V.  in liebevoller Arbeit Grossartiges, um technisches Kulturgut des Ostens aller Art aus den Jahren 1949 bis 1990 für die Nachwelt zu erhalten.

Ural 375 D

Der Allrad-LKW Ural 375 D am Scheitelpunkt eines steilen Hügels auf der Gelände-Teststrecke in Pütnitz

Das Technikmuseum Pütnitz… unser Besuch und einige persönlichen Impressionen und Empfehlungen.

Auf der Durchreise von der Mecklenburgischen Seenplatte zur altehrwürdigen Hansestadt Stralsund machten wir einen kleinen Umweg, nutzten nicht die Autobahn 20, sondern die Bundesstrasse 105 und bogen dann auf der Umgehung von Ribnitz-Damgarten nach Norden ab.

Auf dem weitläufigen Museumsgelände von Pütnitz verbrachten wir viel Zeit in der Halle 2, einem früheren, unrestaurierten Flugzeug-Hangar mit dem morbiden Charme der 1930er-Jahre.

Dort sind die zivilen Fahrzeuge aus der früheren DDR sowie ihrer früheren Bruderstaaten ausgestellt. Neben den ‚Alltags-Autos‘ aus dem Strassenverkehr der DDR sind auch manche äusserst seltenen automobilen Schätze des früheren Ostblocks bewundern.

Erst danach wandten wir uns dem Freigelände mit der brutal-tückischen Offroadstrecke zu und dem… Allrad-LKW Ural 375 D.

Ural 375 D

Und langsam geht es bergab – der Ural 375 D im Einsatz auf der Geländestrecke am Saaler Bodden

Uralski Awtomobilny Sawod Ural-375 – russisch Урал-375 – der allradgetriebener sowjetischer Lastkraftwagen.

Museale Exemplare des Allrad-LKWs Ural 375 D aus dem Bestand der früheren Nationalen Volksarmee hatten wir bereits in mehreren Auto- und Technikmuseen – beispielsweise im Grenzmuseum Schifflersgrund sowie im AMF Automobil Museum Fichtelberg – vor die Linse unserer neugierigen Kamera bekommen.

Aber erst in Pütnitz an der wunderschönen Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns konnten wir dann dieses robuste Ungetüm aus den Zeiten des kalten Krieges unter den harten Einsatzbedingungen einer schwierigen Gelände-Teststrecke so richtig in Aktion erleben und auch fotografieren.

Ural 375 D

Mit einer kleinen Bugwelle geht es mit dem Ural 375 D ab ins lange, schlammige Wasserloch

Historische ‚Technik des Ostens‘ selber bewegen – die Fahraktionen des Technikmuseums Pütnitz

Die im Technikmuseum Pütnitz angebotenen Fahraktionen sind auf der Website technikmuseum-puetnitz.de aufgeführt. Unter dem Motto ‚Technik des Ostens‘ kann man in folgenden nostalgischen Fahrzeugen aus sowjetischer Produktion:

Lada Niva Allrad-PKW – Ural 375 D Allrad-LKW – Sil oder Zil 135 LKW – Schützenpanzer als militärisches Kettenfahrzeug

unter Anleitung eines erfahrenden Fahrers und Instrukteurs im weitläufigen Gelände des Museums mitfahren oder auch selber hinter dem Lenkrad sitzen.

Das Mindestalter für die Fahraktionen des Technikmuseums beträgt 17 Jahre. Eine Vorausbuchung über die Website des Museums wird dringend empfohlen.

Wir selber wollten in Pütnitz eigentlich den Lada Niva im Gelände ausprobieren, leider stand er während unseres Besuches im September 2020 nicht zur Verfügung.

An den Ural 375 D haben wir uns – auch mangels eines LKW-Führerscheins – nicht heran getraut. Als kleine Entschädigung dafür ist aber diese kleine Fotoserie entstanden, die uns mit ihren authentischen Aufnahmen unter ‚Action‘ dann auch gut zufrieden gestellt hat.

Ural 375 D

Dank seines robusten, hohen Fahrgestells und des Allrad-Antriebs bleibt der Ural 375 D auch im Wasser gut beherrschbar.

Ural 375 D, der allradgetriebene sowjetische Militär-Lastkraftwagen von Uralski Awtomobilny Sawod.

Über die Entwicklung eines stark geländegängigen Militärlastwagens wurde im Verteidigungsministerium der Sowjetunion bereits ab 1953 beraten. Die Serienproduktion der ersten Version des Ural 375 LKW begann dann im November 1960. Ab dem Jahre 1964 wurde dieser durch den Ural-375 D mit seinem komplett aus Metall gefertigten Führerhaus abgelöst, so wie er auch hier gezeigt wird.

Der Ural-375 D wurde schnell zu einem der Standardfahrzeuge der Sowjetarmee. Insgesamt etwa 3.700 Ural-375 D mit unterschiedlichen Aufbauten gelangten in der Zeit von 1965 bis 1981 auch zur Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR.

Es ist ziemlich sicher, dass das hier ohne Aufbauten gezeigte Fahrzeug ebenfalls aus dem Bestand der früheren NVA stammt.

Ural 375 D

Mit dem Ural 375 D ab im langen, schlammigen Wasserloch – das macht Laune!

Der Ural 375 D des sowjetischen Herstellers Uralski Awtomobilny Sawod – einige technische Daten.

Allradgetriebener sowjetischer Lastkraftwagen in Haubenlenkerbauweise – Ural-375 D

  • Vierzylinder-Reihenmotor mit seitlicher Nockenwelle
  • Motortyp ZIL-375 – flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Otto-Motor V-Achtzylinder
  • Hubraum 6959 ccm – Bohrung × Hub 108 × 95 mm
  • Vierfachvergaser – Typ K-89 A
  • Nennleistung – 132 kW (180 PS) bei 3200 min−1
  • Verdichtung 6,5 : 1 – Ventilsteuerung OHV, zwei Ventile je Zylinder
  • Max. Drehmoment – 466 Nm bei 1800 min
  • Getriebe – JaMZ-204U, mechanisch, fünf Gänge + R-Gang, 1. Gang unsynchronisiert
  • Rahmen – genietete Längs- und Querträger
  • Maße – Länge 7.350 mm – Breite 2.690 mm – Höhe 2.980 mm – Radstand 3.500 + 1.400 mm
  • Leergewicht des Fahrgestells – 8400 kg plus Aufbau
  • Nutzlast – 4.800 kg – Zulässige Anhängelast 10.000 kg
  • Höchstgeschwindigkeit, voll beladen – 75 kmh
  • Kraftstoffvorrat 300 l + 60 l optional – mittlerer Kraftstoffverbrauch auf der Strasse 45 bis 50 l/100 km
  • Wendekreis 21 Meter – Steigfähigkeit bei voller Masse 30 Grad – Wattiefe 1,5 Meter

Die Motoren des Ural 375 D in der Nationalen Volksarmee waren auf eine Höchstleistung von 175 PS grdrosselt.

Ural 375 D

Gut ist hier die starke Allrad-Konstruktion der Vorderachse des Ural 375 D zu erkennen

Die Kontaktdaten des Technikmuseums Pütnitz mit Anschrift und Telefon-Nummer:

Technikverein Pütnitz e.V. – Flugplatzallee 5, 18311 Ribnitz-Damgarten OT Pütnitz, Tel. 0170-2235850

Aktuelle Infos zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen bietet die Website… technikmuseum-puetnitz.de

Ural 375 D

Frontal kommt der Ural 375 D im Wasserloch langsam auf uns zu.

Happy Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern – erstklassige Reiseziele, Städtetouren und Ausflugsziele!

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Ural 375 D

Auch auf sandigen Strecken hat der Ural 375 D dank seines Allrad-Antriebs keinerlei Traktions-Porbleme

Obwohl der Ural 375 D ganz offensichtlich eher zu den militärisch genutzten Fahrzeugen gehört, haben wir ihn hier auf Edle-Oldtimer.de neben anderen Lastkraftwagen, Omnibussen und schwerem Gerät in der Kategorie Nutzfahrzeug-Oldtimer einsortiert. Man muss sich eben nur zu helfen wissen!

Im Focus… alte Lastkraftwagen – Omnibusse – Transporter – Heavy Trucks – Zugmaschinen – Trecker-Oldtimer.

Let’s go… historische Nutzfahrzeuge auch unter ‚Classic Cars & Bikes‘ auf Globetrotter-Fotos.de erleben:

Historische Nutzfahrzeuge – Lastkraftwagen, Transporter und Busse als feine Oldtimer.

 

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