Der legendäre Buckelvolvo

Volvo PV 444 – Volvo PV 544 – Volvo P 210 Duett …mit der Sicherheit des Schwedenstahls!

Die klassischen Volvo-Oldtimer der späten 1940er- und der 1950er-Jahre begründeten den legendären Ruf von Volvo.

Der Buckelvolvo

Der Buckelvolvo in der Seitenansicht – hier  ist ein Volvo PV 544 beim Oldtimer-Treffen in Neustadt am Rübenberge zu sehen.

Der Name Volvo leitet sich aus dem Lateinischen von volvere = rollen zu volvo  = ich rolle ab. Hätten Sie es gewusst?

Die Volvo Personvagnar AB wurde bereits 1924 als Tochter von SKF in Göteborg gegründet – das bedeutet Tradition!

Als alter Hase im Autogeschäft – mit dem Volvo ÖV 4 ‚Jakob‘ und dem Volvo PV 4 wurden bereits 1927 die  ersten Personenwagen in Göteborg gefertigt – gilt Volvo schon seit langem als Synonym für maximale aktive und passive Sicherheit im Strassenverkehr..

Aber erst mit der hier gezeigten Baureihe aus der frühen Nachkriegszeit schuf sich Volvo einen Ruf unverwüstlicher Robustheit und Zuverlässigkeit.

Damit gelang den Schweden der Durchbruch zum Großserien-Hersteller und zur weiten Verbreitung in Europa und den Vereinigten Staaten.

Heute gehört die Volvo Car Corporation zum chinesischen Fahrzeugkonzern Geely, was der Beliebtheit der Volvo-Automobile heutiger Modelle und Generationen keinen Abbruch bescherte.

Der Buckelvolvo

Ein Volvo PV 444  A- 4 Zylinder, 40 PS und 4 Sitze, – ein Buckelvolvo der Baujahre 1947 bis 1950 mit der so beliebten Sonnenschute

Die Volvo-Modelle PV 444 und PV 544 erhielten bei uns schnell den liebevollen Spitznamen Buckelvolvo.

Ganz klar entstand die Bezeichnung ‚Buckelvolvo‘ aus dem rund geschwungenen Abfall der Dachlinie zum Heck – dem Buckel!

Dieses schick abgerundete Heck war ein beliebtes Gestaltungs-Merkmal der Personenwagen in der Mode der 1940er-Jahre.

Der Buckelvolvo

Volvo PV 444 – 4 Zylinder, 40 PS und 4 Sitze – ein Buckelvolvo, ausgestellt im sehenswerten Automuseum Bornholm

Auch wenn die Volvos PV 444 und PV 544 Buckelvolvo genannt wird, konnte sein runder Rücken durchaus entzücken.

So kennen wir das eher ‚bucklige‘ als runde Heck im Pseudo Stromlinien-Design auch von Fahrzeugen aus den Vereinigten Staaten, wie beispielsweise dem Packard Custom Eight Club Sedan des Baujahres 1948, genannt ‚Pregnant Elephant‘ oder dem Ford Taunus jener Jahrgänge aus Köln, der analog zum hier beschriebenen Volvo eben auch genauso liebevoll ‚Buckeltaunus‘ gerufen wurde.

Der Buckelvolvo

Volvo PV 444 KS mit eingerahmten Kühlergrill – ein Buckelvolvo der Baujahre 1955 bis 1957 mit jetzt 51 PS dank höherer Verdichtung

Bei der Bezeichnung Volvo PV 444 stand  PV für ‚personvagn‘ und die 444 für 4 Zylinder, 40 PS und 4 Sitze.

In der Vorkriegszeit produzierte überwiegend recht schwere Sechszylinder-Modelle, die alle auf einem stabilen Rahmenchassis aufgebaut waren.

Als sogenannter Volks-Volvo mit selbsttragender Ganzstahl-Karosserie und 1,4-Liter-OHV-Vierzylinder-Motor lief dann 1946 langsam die Fertigung des hier vorgestellten Volvo PV 444 an.

Obwohl noch mit einer geteilten Frontscheibe versehen, galt der Volvo PV 444 als sehr modernes Fahrzeug mit wegweisendem Innenraum-Design.

Die erste Überarbeitung von zahlreichen weiteren Modernisierungen des Volvo PV 444 fand unter der Bezeichnung PV 444B bereits 1950 statt.

Als Volvo PV 444 C erhielt der Wagen 15-Zoll-Felgen 1951 anstelle von 16-Zöllern, der PV 444 D dann endlich seitliche Blinklichter und hatte keine starren Richtungsanzeiger mehr.

Das Modell PV 444 E  bekam im Dezember 1953 eine serienmäßige Heizung, eine echte Errungenschaft im damaligen europäischen Autobau.

Der PV 444 H brachte dann eine durchgängige Heckscheibe für bessere Sicht nach hinten und eine auf 51 PS verbesserte Leistung.

Als Volvo PV444 L erhielt das Fahrzeug im Januar 1957 einen auf 1,6 Liter Hubraum vergrösserten Motor mit 60 DIN-PS.

Für den Export in die USA erhielt der  B 16B Motor dazu Doppelvergaser für eine Leistung von 85 SAE-PS.

Allerdings blieb dem Volvo PV 444 das antiquierte Dreiganggetriebe mit unsynchronisiertem ersten Gang während der gesamten Bauzeit erhalten.

Der Buckelvolvo

Volvo PV 544 – der Buckelvolvo hat jetzt eine ungeteilte gebogene Frontscheibe – Baujahre 1958 bis 1959

Der Volvo PV 444 erzielte erste Exporterfolge für Volvo in die Schweiz und die Vereinigten Staaten von Amerika.

In Deutschland wurden die Volvo PV 444 überwiegend von Angehörigen der US-Streitkräfte gefahren, da es ihn offiziell bei uns nicht zu kaufen gab. Erst sein Nachfolger, der Volvo PV 544, erhielt 1958 die nötige Zulassung.

Aber bereits zum Jahreswechsel 1950/51 wurde der Volvo PV 444 in die Schweiz exportiert und im Herbst 1955 dann erfolgreich in den Vereinigten Staaten vorgestellt.

In nahezu zwölf Jahren konnten vom Volvo PV 444 insgesamt 196 000 Exemplare abgesetzt werden.

‚Evolution anstatt Revolution‘ – ähnlich wie beim damaligen Millionenseller, dem Volkswagen Käfer, zahlte sich eben auch beim unserem geliebten Buckelvolvo, dem Volvo PV 444, die ständige Weiterentwicklung aus.

Er bekam nämlich als würdigen Nachfolger den äusserlich unveränderten Volvo PV 544, der dann noch bis zum Herbst 1965 in immer grösseren Stückzahlen produziert wurde.

Buckelvolvo PV 544

Das Porträt des Volvo PV 544 – ein gepflegter Buckelvolvo der Baujahre 1958 bis 1959, gesichtet in Maribo auf der dänischen Insel Lolland

Der Volvo PV 544 als äusserlich nahezu unveränderter Nachfolger des PV 444 kam 1958 auf den Markt.

Optisch unterschied sich der Volvo PV 544 von seinem Vorgänger, dem PV 444, fast nur durch die um knapp ein Viertel grössere und leicht gebogene Frontscheibe und das um knapp 20 Prozent gewachsene Heckfenster.

Die bedeutsamste Änderung unter dem Blechkleid war eine neue Rückbank, mit der der PV 544 dann als Fünfsitzer galt.

Buckelvolvo PV 544

Der Buckelvolvo PV 544 der Baujahre 1958 bis 1959 parkt hier vor einem ebenso gepflegten Ford A Fordor.

Ein kleiner Technik-Steckbrief der letzten Ausführung des Buckelvolvo, dem Volvo PV 544 G Sport.

Volvo PV 544 – klassische zweitürige Limousine mit selbst tragender Karosserie und Hilfsrahmen

Motorisierung

  • Vierzylinder-Reihenmotor, 1.778 ccm, 86 PS – Ventilsteuerung OHV, hängende Ventile – 2 SU-Vergaser Typ H 4

Fahrwerk

  • Einzeln an doppelten, ungleich langen Querlenkern aufgehängten Vorderrädern.
  • Angetriebene starre Hinterachse an vier Längslenkern und Panhardstab.
  • Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfer an allen Rädern.
  • Viergang- Schaltgetriebe – hydraulische Trommelbremsen

Abmessungen und Fahrleistungen

  • Länge 4.450 mm – Breite 1.590 mm – Höhe 1.560 mm
  • Radstand 2.600 mm – Leergewicht 970 kg
  • Höchstgeschwindigkeit – 160 kmh
  • Bauzeit 1965 – damaliger Preis in Deutschland 8.950,- DM

Mit dem Volvo PV 544 G Sport Modell lief die Produktion des Buckelvolvo nach achtzehnjähriger Fertigung und 440.000 hergestellten Exemplaren am 20. Oktober 1965 endgültig aus.

Der Buckelvolvo

Der Volvo PV 544 der Baujahre 1958 bis 1959 – Mann, wie schön rund ist dieser Buckel!

Volvo total… unsere Fotos historischer Autos aus Schwedenstahl – die Oldtimer der Volvo Personvagnar AB!

Obwohl noch recht viele Buckelvolvos strassentauglich auf Oldtimer-Meetings und -Ausfahrten anzutreffen sind, haben wir die Aufnahmen dieses kleinen blaugelben Beitrags über diese berühmten Schwedenautos überwiegend auf der Bremen Classic Motorshow sowie auf der Veranstaltung ‚Fra Damp til Diesel‘ in Maribo auf der dänischen Insel Lolland aufgenommen.

Als Zubehör sehr beliebt war damals die klassische Sonnenschute, wie sie auf etlichen Bildern des Buckelvolvo oberhalb der Windschutzscheibe zu sehen sind.

Unter ‚Classic Cars & Bikes‘ auf unserer Reisefoto- und Technik-Website Globertrotter-Fotos.de bieten wir ergänzend einen ausführlichen Beitrag mit einer Fotogalerie sämtlicher von uns bislang aufgenommener Volvo-Oldtimer an. Have a look an click here:

Klassische Oldtimer-Automobile mit dem Credo… Sicherheit aus Schwedenstahl… vom Volvo P 51 bis zum Volvo 145.

Der Buckelvolvo

Der Volvo PV 544 der Baujahre 1958 bis 1959 – hier präsentieren wir die komplette Heckansicht des Buckelvolvo

Sicherheit aus Schwedenstahl – das war für Volvo schon immer mehr als bloss ein Schlagwort.

In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde das Thema ‚Sicherheit‘ bei den meisten Autoherstellern der Welt eher nebensächlich behandelt.

In dieser Zeit erarbeitete sich das Unternehmen Volvo Personvagnar AB mit seinen Bemühungen, bei der inneren und äusseren Sicherheit neue Maßstäbe zu setzen, einen ganz besonderen Ruf bei sicherheitsbewussten Menschen diesseits und jenseits des Atlantiks.

Dabei war Volvo auch der erste Hersteller, der seine Fahrzeuge – den PV 544 und den präsentierten P 121 Amazon – bereits ab 1959 nicht nur serienmäßig mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten von Klippan an den Vordersitzen ausstattete, sondern auch entsprechende Crash- und Überschlag-Tests durchführte.

Buckelvolvo PV 544

Pechschwarz und blank poliert… das rundgelutschte Heck des Buckelvolvo PV 544

Buckelvolvo PV 544 – Dauergast und oftmals Gewinner bei Rundstrecken-Rennen und auf den Rallyepisten der Welt. 

Wegen seiner herausragenden Eigenschaften und Durchsetzungsfähigkeit im Renn- und Rallyesport wurde der PV 544 auch ‚Rennbuckel‘ genannt.

Der Schwede Gunnar Andersson gewann 1958 die Midnattssolsrallyt in einem privaten Volvo PV 444 und wurde mit dem PV 544 Rallye-Europameister.

Auch fuhr Andersson erfolgreich Langstrecken-Rennen und durfte deshalb das erste Volvo Werksteam zusammenzustellen.

1965 krönten die Gebrüder Singh der Schwede die Motorsportkarriere des ‚Rennbuckel‘ mit einem Sieg beim härtesten Rallye-Raid der Welt, der East African Safari Rallye.

Volvo P 210 Duett – oh, so nett hiess der praktische Kombi auf Basis des Buckelvolvo.
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Volvo P 210 Duett

Volvo P 210 Duett des Baujahres 1986 mit passendem Anhänger – meets Kopfsteinpflaster an der Mecklenburger Seenplatte

Volvo PV 445 Duett und Volvo P 210 Duett – die Kombiausführung des unverwüstlichen Buckelvolvo.

Die Kombiversion des Buckelvolvos kam 1953 als Volvo PV 445 mit Seitenfenstern und einer Rückbank auf den Markt.

Ihm zur Seite gestellt wurde der Volvo PV 445 DS – Duett Skåpvagn – ohne Seitenfenster und Rücksitzbank, ausgerichtet auf Handwerker und Gewerbetreibende.

Im Gegensatz zur Limousine war die Karosserie des Volvo PV 445 Duett nicht selbst tragend, sondern ruhte auf einem Rahmen. Anstelle der  Schraubenfedern wurden an der Hinterachse kräftige Blattfedern für eine hohe Nutzlast verbaut.

In seiner Werbung behauptete Volvo, dass dieser Kombi eigentlich zwei Autos in einem sei – ein Arbeitsgerät tagsüber und abends sowie am Wochenende eben das Familienauto… so entstand die freundliche und sympathische Bezeichnung Duett.

Teils mit kleinen Verzögerungen, kamen dem Volvo PV 445 Duett sämtliche Neuerungen des Buckelvolvos zugute. 1960 löste der Volvo P 210 Duett analog zum Volvo PV 544 mit der Panoramascheibe den PV 445 ab.

Mit seinem riesigen Raumangebot für Familie, Freizeit sowie Handwerk und seiner Strapazierfähigkeit übertraf der Volvo P 210 Duett sämtliche seiner Mitbewerber und gilt als Urgestein aller Kombis.

Auch nach Produktions-Einstellung der Volvo PV 544 Limousine im Jahre 1965 lief die Produktion des Duetts noch bis 1969 weiter.

Einen besonders fein restaurierten Volvo P 210 Duett erlebten wir während einer Oldtimer-Rallye in Mecklenburg.

Volvo P 210 Duett

Ein zweifarbig lackierter Volvo P 210 Duett des Baujahres 1986 mit passendem Anhänger durchfährt das Dorf Lärz

Einen besonders fein restaurierten Volvo P 210 Duett erlebten wir während einer Oldtimer-Rallye in Mecklenburg.

Das zweifarbig lackierte Gespann aus einem Volvo P 210 Duett des Baujahres 1986 und einem stilgerecht passendem Anhänger kam uns im Dörflein Lärz nahe Flugplatzes Müritz Airpark in der Mecklenburger Seenplatte im September 2021 vor die Linse unserer neugierigen Kamera.

Von der sehenswerten Schlossinsel Mirow kommend, hielten wir am Strassenrand in Lärz, als uns Oldtimer nach Oldtimer passierte.

Gänzlich ungeplant waren wir in das Feld der AvD-Rallye ‚Rund um Berlin-Classic‘ gelandet, die 110 jährigem Jubiläum des Mecklenburgischen Automobilclub im AvD e.V. abgehalten wurde.

Zahlreiche weitere Oldtimer-Fahrzeuge erlebten wir dann anschliessend noch während einer Zeitkontrolle direkt auf dem Flugplatz Müritz Airpark.

Volvo P 210 Duett  – welch ein Glück für uns als Fotografen und ausgewiesene Fans historischer Automobile!

Volvo P 210 Duett

Der Volvo P 210 Duett von 1986 mit passenden Anhänger, ein Teilnehmer-Fahrzeug der AvD-Rallye ‚Rund um Berlin‘

Wir selbst hatten erst einmal die Gelegenheit, einen Volvo zu steuern und zwar einen Volvo Amazon 122 S.

Gern wären wir Besitzer eines gepflegten Volvo P 210 Duett, er ist unser lang gehegter Oldtimer-Traum und wird es wohl bleiben.

So haben wir erst einmal einen Volvo steuern dürfen. Es war im Jahre 1967 in Nordschweden, als wir für etwa fünfzig Kilometer kurvenreicher, unbefestigter Landstrasse hinter dem Volant eines Volvo 122 S sitzen durften.

In Erinnerung geblieben ist uns das wertige Qualitäts-Gefühl hinter dem Lenkrad und… der ellenlange Stock der Mittelschaltung.

Damals war der Volvo Amazon noch ein aktuelles Modell, heute aber wäre die rote Limousine als Nachfolger des Buckelvolvo aber auch schon ein – ausgesprochen begehrter – Oldie!

Volvo P 210 Duett

Und schon verlässt der Volvo P 210 Duett mitsamt dem passenden Anhänger das Dörflein Lärz in Mecklenburg-Vorpommern

Ein Volvo -Buch aus dem Stuttgarter Motorbuch-Verlag ergänzt unsere Web-Beiträge in idealer Weise.

Aufgrund begrenzten Platzes können leider nicht die ausführliche Geschichte von Volvo und seiner legendären Oldtimer nicht bis in das letzte Detail beschreiben.

Dafür gibt es glücklicherweise das passende Buch aus dem Motorbuch-Verlag, das wir sehr wirklich empfehlen können:

Hersg. Notker Hilbrenner
Volvo
Buckelvolvo, Schneewittchensarg & Co.

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Volvo – Buckelvolvo, Schneewittchensarg & Co.

ca. 176 Seiten, ca. 160 Abbildungen
Format – 230 x 265 mm, gebunden
ISBN – 978-3-613-04268-1
Verkaufspreis – 24,90 Euro

Ein wichtiges Buch für alle Autofans und nicht nur den blaugelb angehauchten Volvo-Freunde!

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