Pioniere der Elektro-Mobilität

Oldtimer der Pionierzeit des Automobils… Elektro-Mobilität Anfang des 20. Jahrhunderts   

Anderson Carriage Company – Milburn Wagon Company – Baker Motor Vehicle Company – Hansa-Lloyd Werke A.G.

Detroit Electric Model C

Das  Detroit Electric Model C, ein zweisitziges Coupé der Anderson Carriage Company, Detroit, USA

Alternative Antriebe für unsere Autos sind das ganz grosse Thema der heutigen, so mobilen Welt. Wir von Edle-Oldtimer.de haben vier Oldtimer in Automuseen entdeckt, die bereits vor gut 100 Jahren von Elektromotoren angetrieben wurden. Have a look!

Im Display… elektrisch angetriebene Oldtimer vom Anfang des 20. Jahrhunderts, der Pionierzeit des Automobils.

Das  Detroit Electric Model C der Anderson Carriage Company

.
Das oben gezeigte Detroit Electric Model C der Anderson Carriage Company in Detroit, Michigan, mit Bleiakkus als Stromversorgung wurde ab September 1907 produziert. Gegen einen Mehrpreis von 600 Dollar konnte zwischen 1911 und 1916 auch ein Edison-Nickel-Eisen-Akku geordert werden.

Die Höchstgeschwindigkeit des Detroit Electric Model C betrug 20 Meilen in der Stunde, was 32 kmh entspricht.Die Reichweite der vollen Batterie wurde vom Werk mit 80 Meilen angegeben, in Tests wurden aber bis zu 211,3 Meilen mit einer Ladung erzielt.

Leser der Donald Duck Comic-Hefte erkennen im Detroit Electric Model C natürlich das typische Gefährt von Oma Duck.

Der Milburn Light Electric – ein Elektro-Auto der Milburn Wagon Company, Toledo, Ohio.

.
Der Milburn Light Electric aus Ohio in den USA ist formal angelehnt an das eingangs gezeigte Detroit Electric Model C.

Milburn Light Electric

Der Milburn Light Electric sieht dem Detroit Electric Model C ausgesprochen ähnlich

Die Elektroautos der Milburn Wagon Company erlangten nach dem Verkaufsstart im September 2014 wegen ihres eleganten Designs schnell US-weites Ansehen.

Auch die damalige First Lady Edith Wilson war ein großer Fan der Milburn Light Electrics und überzeugte auch ihren Ehemann, Präsident Woodrow Wilson, ein 1918er Modell für seinen eigenen Gebrauch zu kaufen. Die resolute Dame überredete sogar den US-Geheimdienst, eine Flotte dieses Elektro-Autos zu kaufen.

Ab 1918 bot Milburn auch einen einzigartigen Akku auf Walzen an, mit dem frische Batterien schnell installiert werden konnten. Dadurch wurden die für das Aufladen erforderlichen Ausfallzeiten vermieden und die Vielseitigkeit erhöht.

Milburn Light Electric

Ein Milburn Light Electric des Baujahres 1915 in den Sports & Vintage Automobile Collections in Massachusetts

Ein kleiner Steckbrief des Milburn Light Electric:

  • Hersteller – Milburn Wagon Company, Toledo, Ohio, USA
  • Fertigungsbeginn der eigenen Produktion von Elektroautos – September 1914
  • Neupreis – US-Dollar 1.485,-
  • Motor – General Electric
  • Radstand – 267 cm
  • Batterien – sieben 6-Volt-Batterien mit einer Laderate von 180 Ampére-Stunden
  • Reichweite – 96 bis 120 km
  • Höchstgeschwindigkeit – 24 kmh

Insgesamt wurden circa 5.000 Milburn Elektro-Fahrzeuge hergestellt, bis General Motors im Jahre 1923 das Werk der Milburn Wagon Company für 2 Millionen US-Dollar zur Produktion von Buicks übernahm.

Milburn Light Electric

Die Heckansicht des Milburn Light Electric aus dem Jahre 1915

Das Baker Stanhope – ein Electric Model der Baker Motor-Vehicle Company

.
Die Baker Motor Vehicle Company in der Euclid Avenue in Cleveland, Ohio, stellte von 1899 bis 1914 Elektroautos her. 1906 fertigte die Baker Motor Vehicle Company 800 E-Autos, was sie damals zum grössten Elektroautomobil-Hersteller machte.

Baker Motor-Vehicle Company

Das Baker Stanhope der Baker Motor-Vehicle Company im Automuseum Leeuwarden, Niederlande

Das erste Auto dieses US-Herstellers war der Zweisitzer Baker Electric, der zum Preis von 850 US-Dollar verkauft wurde. dies Inflationsbedingt entspräche  dies 25.084 US-Dollar im Jahr 2020. Eines dieser Elektro-Fahrzeuge wurde an Thomas Edison als dessen erstes Fahrzeug verkauft.

1904 erweiterte die Baker Motor Vehicle Company ihre Produktpalette um zwei Zweisitzer mit verstärkter Holzkarosserie, zentral montierten Elektromotoren und zwölfzelligen Bleiakkus.

Das hier gezeigte Baker Stanhope, ein offener Zweisitzer, kostete 1.600 Dollar, hatte ein Gewicht von 431 kg, einen E-Motor mit 1,75 kW, ein Dreiganggetriebe und wurde über eine Welle angetrieben. Das Auto erreichte eine Geschwindigkeit von 23 kmh.

Baker Motor-Vehicle Company

Das Baker Stanhope neben einem weissen Rolls-Royce im Automuseum Leeuwarden

Ausgewählte Automuseen, in denen wir elektrisch angetriebene Oldtimer entdeckten und fotografierten.

Aufgrund der damals recht kurzen Lebensdauer der eingesetzten Akkus, sind heute wohl keine Elektro-Autos der Pionierzeit im aktiven Dienst von Oldtimer-Freunden. So haben wir sämtliche unserer Aufnahmen von diesen ‚Meilensteinen der Technik‘ in Automuseen bzw. als Technisches Denkmal aufgenommen. Folgen Sie hier den Links zu den Standorten:

Detroit Electric Model C der Anderson Carriage Company

Milburn Light Electric der Milburn Wagon Company

Elektric Model der Baker Motor-Vehicle Company

Hansa-Lloyd Elektro-Schlepper Typ DL 5

Erstklassige Automuseen – Oldtimer aller Epochen, überzeugend präsentiert und… faszinierend fotografiert!

Baker Motor-Vehicle Company

Elektric Model der Baker Motor-Vehicle Company – Automuseum Leeuwarden, Niederlande

Der Hansa-Lloyd Elektro-Schlepper Typ DL 5 – Hansa-Lloyd Werke A.G. Bremen-Hastedt

.
Die Hansa-Lloyd Werke A.G. entstanden 1914 aus dem Zusammenschluss der Hansa-Automobil GmbH in Varel und der Norddeutschen Automobil und Motoren AG – NAMAG – in der Föhrenstraße in Bremen-Hastedt. Ab 1929 kam dann der geniale Fabrikant Carl F. W. Borgward als Großaktionär ins Spiel. Besonders bekannt wurden die Lloyd-Kleinwagen in der Wirtschaftswunderzeit.

Hansa-Lloyd Elektro-Schlepper Typ DL 5

Hansa-Lloyd Elektro-Schlepper Typ DL 5 mit 10 Kw – Baujahr 1928 – Fischräucherei Herbert Franke, Bremerhaven

Der Hansa-Lloyd Elektro-Schlepper vom Typ DL 5 war 4,5 Tonnen schwer und wurde von einem 10 Kw-Elektromotor auf einer Vorlegewelle vor der Hinterachse angetrieben. Den nötigen Strom lieferten auswechselbare, eine Tonne schwere Batteriepacks mit bis zu 40 Bleiakku-Sätzen, die in einer zentralen Ladestation geladen wurden.

Die Batteriepacks waren in Holzkisten untergebracht, die zum Laden einfach ausgetauscht wurden, so dass die Ladezeiten die Fahrzeiten nicht beeinträchtigten.

Rund 180 Kilometer konnte der Hansa-Lloyd Elektro-Schlepper mit einer Batterieladung bei einer Geschwindigkeit von etwa 25 kmh fahren.

Nutzbringend waren abgasfreie Elektrofahrzeuge seit langem auch in geschlossenen Hallen oder dort, wo Lebensmittel gelagert werden. So war der oben gezeigte Hansa-Lloyd Elektro-Schlepper viele Jahre in den Auktionshallen des Fischereihafens in Bremerhaven unterwegs. Heute steht er als technisches Denkmal in der dortigen maritimen Erlebniswelt.

Die Bremerhavener Eiswerk GmbH versorgte mit einem halben Dutzend Elektroschlepper den Bremerhavener Fischereihafen, die Auktionshallen, die Fangflotten, aber auch Passagierschiffe mit Eis zur Kühlung von Lebensmitteln. Das letzte Exemplar dieses Oldies ging dort erst im Jahre 2003 in den wohlverdienten Ruhestand.

Hansa-Lloyd Elektro-Schlepper Typ DL 5

Hansa-Lloyd Elektro-Schlepper Typ DL 5  – Baujahr 1935

Elektro-Automobile – lebendige Automobilgeschichte aus der Pionierzeit des fahrbaren Untersatzes.

Wer glaubt, dass mit dem Auftauchen der ersten Teslas die Elektro-Mobilität begann, der ist gehörig auf dem Holzweg.

Denn es war Anfang des 20. Jahrhunderts überhaupt noch nicht klar, welche Antriebsart sich beim frisch erfundenen Automobil durchsetzen würde.

Neben Fahrzeugen mit den bekannten Verbrennungs-Motoren nach den Prinzipien der deutschen Erfinder Nikolaus August Otto oder Rudolf Diesel gab es damals eben auch Autos mit Dampfantrieb wie den Stanley Steamer und das White Steam Car, des auch vom  damaligen US-Präsidenten Taft bevorzugt wurde und eben… so etliche verschiedene Elektro-Automobile.

Im Jahre 1900 gab es in den Automobil-verrückten Vereinigten Staaten etwa 2.500 verschiedene Auto-Hersteller. Immerhin hatten 38 Prozent aller im gleichen Jahr verkauften Automobile in den USA einen Elektro-Antrieb.

‚ Girls dig electric cars‘ wurde 1915 Motto einer Marketing-Kampagne das Batterie-Herstellers General Electric, was locker übersetzt in etwa ‚Frauen greifen zu Elektroautos‘ bedeutet.

Doch schon vor dem Ersten Weltkrieg setzten sich bei den Personenwagen die Benziner durch. Ihr Vorteil war – damals wie heute – die grössere Reichweite bei raschem Betanken und gleichzeitig höherer möglicher Dauer-Geschwindigkeit.

Eine kleine Nische fanden Elektro-Fahrzeuge in den 1920er und 1930er Jahren im Nutzfahrzeug-Bereich. Beispielsweise unterhielt die deutsche Reichspost eine Flotte von mehr als 2.600 elektrisch betriebenen Paket-Auslieferungsfahrzeuge.

Tesla Model S

Elektro-Mobilität heute – glatt gelutscht zeigt sich das aktuelle Elektro-Fahrzeug Tesla Model S

Im Zuge der Begrenzung des weltweiten CO2-Anstiegs und der Luftreinhaltung in den Städten stehen Elektro-Fahrzeuge mit der Kurzbezeichnung BEV = Battery Electric Vehicle seit einigen Jahren wieder verstärkt im Focus. Ob diese sich durchsetzen, oder der Weg zu Wasserstoff-Autos führt, ist noch nicht endgültig geklärt.

Auto-Veteranen hautnah – faszinierende Ansichten klassischer Oldtimer-Automobile.

Edle Oldtimer – eine spannende Foto-Parade klassischer Automobile aller Epochen! 

Tags: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.