Böhmerland Motorräder – die ikonischen Oldtimer-Maschinen aus der Tschechoslowakei.
Der Böhmerland Langtourer und das Böhmerland Volksmodell – wegweisende Motorräder aus den 1920er-Jahren.
Seltenste Motorrad-Raritäten – verschiedene historische Böhmerland-Maschinen… in drei Fahrzeugmuseen aufgespürt.

Ein Böhmerland Langtourer Prototyp, Baujahr 1925 – 600 ccm OHV Einzylinder-Viertaktmotor, 16 PS bei 4.000 U/min – PS.Speicher in Einbeck
Der Böhmerland Langtourer und das Böhmerland Volksmodell – wegweisende Motorräder aus den 1920er-Jahren.
Seltenste Motorrad-Raritäten – verschiedene historische Böhmerland-Maschinen… in drei Fahrzeugmuseen aufgespürt.

Ein Böhmerland Langtourer Prototyp, Baujahr 1925 – 600 ccm OHV Einzylinder-Viertaktmotor, 16 PS bei 4.000 U/min – PS.Speicher in Einbeck
Die Böhmerland-Motorräder waren aussergewöhnliche Zweiräder aus der Zwischenkriegszeit und gelten bis heute als technische Kuriosität mit Kultstatus.
Sie wurden in den 1920er- und 1930er-Jahren im damaligen Nordböhmen gebaut und sind vor allem als längstes Serienmotorrad der Welt bekannt.
Wegen des extrem langen Fahrgestells, auf dem bis zu drei Personen hintereinander Platz fanden, erhielt der Böhmerland Langtourer auch den Spitznamen ‚Die wilde Bank‘ oder wurde einfach nur ‚Familienmaschine‘ genannt.

Ein Böhmerland Langtourer Prototyp, Baujahr 1925 – 600 ccm OHV Einzylinder-Viertaktmotor, 16 PS bei 4.000 U/min – PS.Speicher in Einbeck
Entwickelt wurden die Böhmerland-Motorräder von Albin Hugo Liebisch in Schönlinde in Nordböhmen, dem heutigen Krásná LÃpa in Tschechien.
Ab 1925 entstand in der Kleinstadt eine eigene Handfertigung, die während der rasch gestiegenen Nachfrage rasch auf Serienproduktion umgestellt wurde.
Im deutschsprachigen Raum bot Liebisch seine ungewöhnlichen Motorräder unter dem Markennamen Böhmerland an, während die Maschinen in der Tschechoslowakei unter dem Namen ÄŒechie vertrieben wurden.
Die Böhmerland Motorräder waren von Anfang an aber keine gewöhnlichen Alltagsmaschinen, sondern sollten als radikaler Entwurf für lange Strecken und ungewöhnlich viele Mitfahrer punkten.

Das Böhmerland Volksmodell mit nur zwei Sitzen und einem 350 ccm Zweitaktmotor – PS.Speicher Einbeck
Die von Albin Hugo Liebisch entworfenen Motorräder brachen komplett mit klassischen Bauformen.
Das Markenzeichen der Böhmerland war ihre enorme Länge, wobei schon die Standardversion auf rund 3,1 bis 3,17 Meter bei einem Radstand von 2.23 Metern kam.
Je nach Ausführung bot sie zwei, drei oder sogar vier Sitzplätze, was sie besonders für Reisen und den PersonenÂtransport interessant machte.
Auffällig waren auch die gegossenen Aluminiumräder, die Liebisch entwickelte, um Gewicht zu sparen, sowie die kräftigen Farben, meist Rot und Gelb.

Das Böhmerland Volksmodell mit nur zwei Sitzen und einem 350 ccm Zweitaktmotor – PS.Speicher Einbeck
Der dreisitzige Böhmerland-Langtourer
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Angetrieben wurden die Böhmerland-Hauptmodelle von einem luftgekühlten 600 ccm Viertakt-Einzylinder-Motor mit obenliegender Ventilsteuerung und einem Bohrung-Hub-Verhältnis von 80 × 120 mm.
Seine Leistung lag anfangs bei etwa 16 PS bei 3.600/min und stieg später auf bis zu 24 PS bei 5.000/min.
Die Höchstgeschwindigkeit betrug etwa 95 kmh mit einem Verbrauch von etwa 4 l/100 km.
Der Antrieb erfolgte über eine Kette auf das Hinterrad, Trommelbremsen sorgten für eine angemessene Verzögrung.
Für die damalige Zeit war der Motor bemerkenswert, weil er mit dem eigenwilligen Rahmen, der Kurzschwinge und den Gussrädern zu einem sehr fortschrittlich wirkenden Gesamtkonzept entwickelt wurde.

Das Böhmerland Volksmodell mit nur zwei Sitzen und einem 350 ccm Zweitaktmotor – PS.Speicher Einbeck
Heute steht die Böhmerland Motorräder für Ingenieursmut, Eigenwilligkeit und frühe Visionen im Motorradbau.
Der extrem lange Radstand entstand durch Albin Hugo Liebischs Idee, ein familienfreundliches Motorrad zu bauen, bei dem mehrere Personen hintereinander auf dem Rahmen sitzen konnten.
Der Motor saß weit vorne und der Rahmen war als langes, markantes Rohrgeflecht ausgeführt, wobei die Vordergabel über eine ungewöhnliche, geschobene Kurzschwinge verfügte.
Die beiden zigarrenförmigen Kraftstofftanks ganz hinten links und rechts am hinteren Abschnitt des Rahmens montiert waren.
Ungewöhnlich war auch der freie Blick auf die völlig offen liegenden Ventil-Kipphebel des OHV-Einzylinders, die sich während der Fahrt direkt zwischen den Knien des Fahrers bewegten.
Einzigartig waren zudem die gegossenen Aluminiumräder, die damals im Motorradbau eine absolute Neuheit darstellten.
Die gesamte Fertigung bei Böhmerland endete im Jahr 1939 durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und die politische Annexion des Sudetenlandes durch das damalige Deutsche Reich.

Ein Böhmerland Langtourer, Baujahr 1927 – 600 ccm OHV Einzylinder-Viertaktmotor, 16 PS bei 4.000 U/min – Verkehrsmuseum Dresden
Die Böhmerland-Maschinen sind mehr als nur alte Motorräder. Sie sind ein Symbol für experimentellen Fahrzeugbau und für eine Zeit, in der technische Grenzen noch offen schienen.
Mit ihrer Grösse, ihrer Form und ihrer Seltenheit bleiben die Böhmerlands mit die ungewöhnlichsten Maschinen der gesamten Motorradgeschichte.

Ein Böhmerland Langtourer, Baujahr 1927 – 600 ccm OHV Einzylinder-Viertaktmotor, 16 PS bei 4.000 U/min – Verkehrsmuseum Dresden
Das Böhmerland Volksmodell mit Zweitakt-Motor
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Das Böhmerland Volksmodell ist eine seltene, abgespeckte Budget-Variante des berühmten tschechoslowakischen Kult-Motorrads Böhmerland.
Es wurde im Jahr 1937 von Konstrukteur Albin Hugo Liebisch auf den Markt gebracht, um einer breiteren Käuferschicht den Zugang zu seinen markanten Maschinen zu ermöglichen.
Das Motorrad nutzte einen verkürzten Rohrrahmen, der optisch stark an die langen Tourenmodelle angelehnt war, jedoch nur Platz für maximal zwei Personen bot.
Im Gegensatz zu den hubraumstarken Viertakt-Modellen mit 600 ccm erhielt das sogenannte Böhmerland Volksmodell einen kleineren, luftgekühlten 350-ccm-Zweitaktmotor, dcr 12,2 PS leistete.
Statt der für Böhmerland sonst typischen, wegweisenden Aluminium-Gussräder wurden aus Kostengründen Stahlpressräder mit aufgenieteten Felgenbändern verbaut.
Das Volksmodell wurde nur in einer sehr geringen Stückzahl produziert, weil seine Fertigung wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges bereits 1939 endete.

Ein Böhmerland Langtourer, Baujahr 1927 – 600 ccm OHV Einzylinder-Viertaktmotor, 16 PS bei 4.000 U/min – Verkehrsmuseum Dresden
Böhmerland Motorräder mit erfrischend farbfreudigen Zweifarb-Lackierungen.
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Gelb/Rot oder Gelb/Grün – so waren die allermeisten der rund 775 Böhmerland-Maschinen lackiert
Bis zum Markteintritt der Firma Böhmerland im Jahre 1925 waren die Motorräder der meisten Hersteller in Europa sowie in den USA unauffällig und einheitlich schwarz lackiert.
Böhmerland brachte dagegen endlich Farbe ins Spiel und lackierte den Rahmen und die innovativen Aluminium-Gussräder seiner Maschinen dagegen in freundlichen Gelb-Rot oder Gelb-Grün Farbtönen.
Ein farbenfrohes Alleinstellungsmerkmal im damaligen internationalen Motorradmarkt… created by Böhmerland.

Ein Böhmerland Langtourer, Baujahr 1927 – 600 ccm OHV Einzylinder-Viertaktmotor, 16 PS bei 4.000 U/min – Verkehrsmuseum Dresden
Böhmerland Motorräder sind nur noch in ganz wenigen Fahrzeugmuseen zu entdecken.
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Wir von Edle-Oldtimer.de haben bislang fünf von insgesamt etwa 40 weltweit noch vorhandenen Böhmerland Motorrad-Oldtimermaschinen entdecken und fotografieren können.
In Natura zu bewundern sind sie in den nachfolgend aufgeführten deutschen Motorrad- bzw. Technikmuseen:
- PS.Speicher – das neue Fahrzeugmuseum und Event-Zentrum in der niedersächsischen Bierstadt Einbeck.
. - Verkehrsmuseum Dresden – historische Motorräder vielseitig in de Zweirad-Abteilung präsentiert.
. - Motorradmuseum Augustusburg – DKW- und MZ-Zweiräder sowie weitere, verschiedener Fabrikate.
Die obigen Links führen zu den ausführlichen Foto-Porträts dieser spannenden Motorrad- und Technikmuseen unter ‚Classic Cars & Bikes‘ auf unserer Website Globetrotter-Fotos.de.
Bikerfreund – Click, have a look and enjoy your life!

Ein Böhmerland Langtourer, Bauzeit 1928 – 600 ccm OHV Einzylinder-Viertaktmotor, 11,8 PS, 115 kmh – Motorradmuseum Augustusburg in Sachsen
Edle-Oldtimer.de ‚on the run‘… unsere Foto-Porträts klassischer Motorräder!
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Alte Motorräder passieren Revue… die riesengrosse Vielfalt klassischer Zweiräder.
Foto-Porträts klassischer Motorräder, die von uns bislang hier auf Edle-Oldtimer.de veröffentlicht wurden.
Biker… click here, have a look and enjoy your life:
- DKW RT 100 – die wechselvolle Lebensgeschichte eines legendären Oldtimer-Motorrades.
. - Harley-Davidson – Oldtimer-Motorräder der amerikanischen Kultmarke.
. - Das Benelli Motorrad-Museum – edle italienische Motorräder vom Allerfeinsten!
. - Alte BMW-Motorräder – Motorrad-Legenden der Vorkriegszeit.
. - Die Hildebrand & Wolfmüller von 1894 war das erste in Serie gefertigte Motorrad der Welt.
Alte Motorräder aller Epochen – die grosse Faszination historischer Zweiräder… im Banne der Motoren!
Motorräder – technische Meilensteine der Massen-Motorisierung und reizvolle Freizeitgefährten auf zwei Rädern.

Das Böhmerland Volksmodell, Baujahr 1937 mit nur zwei Sitzen und einem 350 ccm Zweitaktmotor und 12,2 PS – Motorradmuseum Augustusburg, Sachsen
Edle-Oldtimer.de – lebendige Automobilgeschichte… faszinierend fotografiert!
Motorräder – die Faszination historischer Zweiräder… by ‚Classic Cars & Bikes‘!
Tags: albin hugo lebisch, boehmerland motorräder, böhmerland langtourer, böhmerland maschinen, böhmerland volksmodell, Čechie motorräder