Porsche Speedster 1955

Ein Meilenstein im Sportwagenbau – der Porsche Speedster!

Die Erfolgs-Formel für Sportwagen hiess früher einmal… klein – leicht – spritzig – schnell!

Porsche Speedster

Porsche Speedster – Baujahr 1955 – aufgespürt in Rockport, Midcoast Maine, USA

Speedster – dieser astreine Sportwagen begründete Porsches Verkaufserfolge in den Vereinigten Staaten!

Was macht bitte ein ausgewiesener Oldtimerfan, wenn an der Tankstelle neben ihm ein wirklich edler Sportwagen-Oldtimer vorfährt? Also, Sie verwickeln doch den Besitzer erst einmal in ein Gespräch, oder?

Ganz genau, und… wir haben dann das allerbeste aus dieser eher seltenen Situation gemacht und uns danach die Genehmigung für schöne, ganz exklusive Fotos von dem Wagen geholt und sehen jetzt weiter!

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier einen Porsche Speedster des Baujahres 1955 vorstellen zu können, der nicht etwa makellos restauriert wurde und in einem Museum steht, sondern von seinem drahtigen Besitzer in seinem Originalzustand – ohne jedwelche Verschlimmbessungen – im ersten Lack ganz normal und super gepflegt im Alltag bewegt wird. Und das im schon biblischen Automobil-Alter von fast 60 Jahren. Bravo!

Nicht so ohne Grund spielte sich unsere Porsche-Begegnung in den USA, im feinen Rockport in Midcoast Maine, Neuengland, ab. Wir waren auf Urlaubs- und Entdeckungsreise an der amerikanischen Ostküste in einem Mietwagen unterwegs und der Porsche Speedster war ja – in den 1950er Jahren – extra für die anspruchsvolle und begeisterungsfähige amerikanische Kundschaft konzipiert.

Ein original Porsche Speedster, wie ihn der obige Eigner ganz offensichtlich im Alltag zum Brötchen holen und Tanken fahren nutzte, hat heute als gepflegter Oldtimer natürlich seinen Wert. Wir staunten nicht schlecht, als wir den Speedster in der Preistabelle der neuesten Ausgabe – September 2014 – eines renommierten Oldtimer-Magazins in gepflegtem Zustand bei 226.000 Euro fanden. Nicht schlecht, Herr Specht!

Porsche Speedster

Ohne vorderes Nummernschild kommt die Front noch besser zur Geltung – Porsche Speedster

 Die 1950er Jahre – goldene Jahre für Sportwagen-Exporteure in die Vereinigten Staaten.

Das waren Zeiten in den USA! Der neu erfundene Rock’n Roll riss die aufmüpfige und erlebnishungrige Jugend aus den Sesseln, die Pettycoats flogen durch die Lüfte und Filme wie ’12 Uhr Mittags‘ und Schauspieler wie Doris Day, James Stewart und James Dean machten in Hollywood Furore. Und… was war mit Sportwagen?

Das war wirklich nicht normal, die Amerikaner waren in jenen Zeiten wirklich verrückt nach Sportwagen – trotz des oft von den Europäern belächelten strikten landesweiten Tempolimits. Und die Briten mit ihren knöchernen Roadstern lieferten ohne Ende.

Gerade war die glorreiche Zeit des MG TD mit dem rustikalen Vorkriegs-Design zu Ende, da kam 1955 der MG A mit seinem eleganten Hüftschwung, der Triumph TR 3 war in den Staaten ein echter Trumpf und Austin-Healey bereitete sich mit dem aufregenden Modell 100 auf den starken Austin-Healey 3000 vor.

Die amerikanischen Automobil-Giganten versuchten mit ersten eigenen sportlichen Konstruktionen, wie der Chevrolet Corvette oder dem Ford Thunderbird gegen zu halten und zaghaft Paroli zu bieten.

Und was machten die Deutschen? Da gab es zu jener Zeit als richtige Sportwagenschmiede doch nur die Firma Porsche aus Stuttgart-Zuffenhausen und die… hatte den richtigen Riecher!

Porsche Speedster

Porsche Speedster – bestens gepflegt, im Original-Lack und Chrom

Der Porsche Speedster – ein besonders sportlicher Ableger des legendären Porsche 356 A.

Bekanntlich enthielten die ersten Porsche des Typs 356 in der Nachkriegszeit viele Serienteile aus der Großserie aus dem Volkswagenwerk in Wolfsburg. Getriebe, Bremsen, Vorder- und Hinterachsfederung und Lenkung zum Beispiel waren damals identisch mit den robusten VW Käfern.

Im Laufe seiner Produktionszeit verbesserte Porsche den Typ 356 mit viel Feinschliff immer weiter, behielt aber typische Merkmale wie die vom Käfer bekannte vordere Kurbellenkerachse sowie die an Längsschubstreben geführte hintere Pendelachse mit Drehstabfedern bei. Auch die Motoren basierten zwar immer auf dem original VW-Vierzylinder-Boxer, wurden aber stetig weiterentwickelt und in der Leistung optimiert.

Nach einer Analyse des amerikanischen Sportwagen-Marktes wurde 1954 der Porsche Speedster in der Form, wie wir ihn hier zeigen, ins Programm genommen und zunächst nur  in die Vereingten Staaten exportiert.

Das war richtig mutig – ein echter, minimalistischer offener Sportwagen mit flacher Windschutzscheibe und einem voll versenkbaren Verdeck. Dabei hatten die Türen keine Kurbelfenster, sondern nur Steckscheiben und enge Schalensitze unterstrichen die sportliche Note des Speedsters.

Wahlweise wurde dieser kompromisslose Sportwagen mit dem 1500er 55 bzw. 70 PS-Motor angeboten. Der Letztere war immerhin gut für eine Höchstgeschwindigkeit von 175 kmh, da musste der örtliche Sheriff schon mal ein Auge zudrücken!

Im heutigen Strassenbild der Vereinigten Staaten gehören Porsche-Fahrzeuge – überwiegend neuere 911er und Cayennes – zum gewohnten Anblick. Da wird deutlich, welche Erfolge ein Unternehmen auch auf Dauer einfahren kann, wenn es konsequent das Ohr am Puls des potentiellen Kunden hat und entsprechend agiert!

Porsche Speedster

Ein Cockpit ohne Schnickschnack – Porsche Speedster

Die wichtigsten Kenndaten des Porsche Speedster – Baujahr 1955

  • Motor – 4-Zylinder-Boxermotor
  • Hubraum – 1488 cm³
  • Bohrung × Hub – 80 × 74 mm
  • Leistung bei 1/min 5000 – 70 PS ( 51,5 kW )
  • Max. Drehmoment bei 1/min – 108 Nm bei 3600
  • Verdichtung – 8,2 : 1
  • Ventilsteuerung – Stoßstangen und Kipphebel bei zentraler Nockenwelle
  • Kühlung – Gebläse-Luftkühlung
  • Getriebe – 4-Gang-Getriebe mit Porsche-Ringsynchronisierung, Knüppelschaltung
  • Radaufhängung vorn – Kurbellenkerachse von VW
  • Radaufhängung hinten – Pendelachse mit Längsschubstreben
  • Federung – querliegende Drehstäbe
  • Karosserie – Kastenrahmen aus Stahlblech, mit Bodengruppe fest verbunden
  • Spurweite vorn und hinten – 1290/1250 mm
  • Radstand 2100 mm – Länge 3950 mm
  • Leergewicht – 830 kg
  • Höchstgeschwindigkeit – 175 kmh

Und jetzt kommen wieder unsere unvermeidlichen Fragen an die Autohersteller von heute:

Warum können wir in diesen schweren Zeiten des ordentlichen Wohlstands nicht einen Wagen wie die damaligen Porsche Speedster bekommen? Müssen unsere heutigen Sportwagen mit Technik und ‚Wohltaten‘ so völlig überladen sein und schwer übergewichtig daher kommen? Hat das alles ‚die Sicherheit‘ oder die EU in Brüssel zu verantworten, dass nur schwergewichtige Boliden mit mehreren hundert PS als echte Sportwagen anerkannt werden? Auch von Porsche?

Je mehr wir uns hier mit den Sportwagen der 1950er – und 1960er-Jahre beschäftigen, bleibt unsere Meinung von Edle-Oldtimer.de eindeutig…

…früher war eben doch alles besser!

Porsche Speedster

Eine snörkel- und zeitlos gezeichnete Karrosse – der flache Porsche Speedster

‚Wir wollen Fotos, Fotos, Fotos…  viel mehr Porsche-Fotos!‘

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Porsche Speedster

Das Heck des Porsche Speedster – sauber und granatenmässig klar im Styling

Porsche – edle Oldtimer der berühmten deutschen Sportwagenschmiede.

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