Der Berlin-Rom-Wagen

Der berühmte Berlin-Rom-Wagen aus dem Jahre 1939

Berlin-Rom-Wagen

Der Berlin-Rom-Wagen – prominent ausgestellt im Automuseum ‚Prototyp‘ in der Hamburger HafenCity

75 Jahre Berlin-Rom-Wagen – VW Typ 60 K 10 bzw. Porsche Typ 64

Ist das jetzt ein Volkswagen, oder ein Porsche… oder etwa Beides?

Eine gute, aber nie ganz geklärte Frage, zumal dieses Renncoupé auch als Porsche Versuchswagen Berlin-Rom bezeichnet wurde! Die Verantwortlichen der nationalsozialistischen Arbeitsfront und der Gemeinschaft ‚Kraft durch Freude‘ beauftragten damals das Konstruktionsbüro von Ferdinand Porsche, auf der Basis des KdF-Wagens – dem späteren VW-Käfer – einen Sportwagen für den Berlin-Rom-Wettbewerb zu konstruieren.

Tatsächlich kann der Berlin-Rom-Wagen als den Urahn aller Porsche-Sportwagen – mit den Genen des künftigen VW-Käfers – bezeichnet werden. Das zeigt neben der Fahrzeug-Konzeption auch seine Form, bei der das spätere Porsche-Design vom Typ 356 bis hin zum heutigen 911er schon im Ansatz erkennbar wird.

Berlin-Rom-Wagen

Ist der Berlin-Rom-Wagen von 1939 der Ur-Porsche? – Die Form und das Konzept legen es nahe!

Schwelgen in Formen!

Wir von Edle-Oldtimer.de haben grossen Spass daran, klassische Oldtimer aller Epochen ins rechte Licht zu rücken und besonders spannend mit unserer Kamera einzufangen.

So sind wir im erstklassigen Automuseum Prototyp – personen.kraft.wagen in der Hamburger HafenCity unter anderem bei diesem 75 Jahre alten Sportwagen wieder einmal fündig geworden.

Hier konnten wir uns an den strömungsoptimierten, geschwungenen Formen des Berlin-Rom-Wagens mit unserer Weitwinkellinse so richtig austoben. Die schönsten Aufnahmen sehen Sie hier!

Berlin-Rom-Wagen

Der Berlin-Rom-Wagen mit Split-Window-Frontscheibe

Die automobilen 1930er Jahre – die Epoche der grossen Wett- und Rekordfahrten

Geschwindigkeits- und Zuverlässigkeits-Rekordfahrten waren damals an der Tagesordnung und auch ein Zeichen nationalen Stolzes für Deutschland, aber auch für andere europäische Länder.

Nach den auch politisch ausgeschlachteten Erfolgen der Mercedes-Benz Silberpfeile und der Auto Union Rennwagen, sollten mit der Berlin-Rom-Fahrt auch seriennahe Fahrzeuge ihre Leistungsfähigkeit beweisen.

Die Berlin-Rom-Fahrt – ein Rennen, das nie stattfand. Geplant war diese 1.680 Kilometer lange Fahrt bereits für 1938, aber dann auf den September 1939 verschoben. 250 Autos – Sportwagen und serienmäßige Tourenwagen bei einem Nenngeld 20 Mark – sowie 150 Motorräder sollten an den Start gehen, der wegen des unheilvollen Ausbruchs des 2. Weltkriegs nicht mehr statt fand.

Berlin-Rom-Wagen

Beengte Platzverhältnisse im Berlin-Rom-Wagen zugunsten des geringen Luftwiderstandes

Drei Berlin-Rom-Wagen wurden gebaut – zwei haben die Zeit überdauert und sind mittlerweile restauriert!

Nur drei Fahrzeuge wurden gebaut, bei denen Ferdinand Porsche sowohl beim Motor als auch bei Fahrwerk sich an die Seriennähe zum KdF-Wagen, dem späteren VW-Käfer, hielt. Die Karrosserie wurde dagegen besonders auf Strömungsgünstigkeit mit voll verkleideten Radausschnitten und per Aluminiumhaut auf ein niedriges Gewicht optimiert. Aufgrund der knappen Platzverhältnisse wurden Fahrer- und Beifahrersitz versetzt eingebaut.

Da die Renncoupés nie zum Einsatz kamen, wurden sie zeitweise von der Familie Porsche als Privatwagen benutzt.

Zwei der drei Stromliniencoupés überstanden die Wirren des zweiten Weltkrieges. Ein Berlin-Rom-Wagen war nahezu unversehrt und wurde 1949 an den legendären österreichischen Rennfahrer Otto Mathé verkauft, der damit in den Jahren 1949 bis 1951 mehrere Rennen und Fernfahrten bestritt.

Der zweite Berlin-Rom-Wagen wurde über einen Zeitraum von zehn Jahren von den Eigentümern des Hamburger Museums ‚Prototyp‘ wieder neu aufgebaut. Dabei musste auch die gesamte Aluminiumkarosserie neu geschaffen werden.

Berlin-Rom-Wagen

Der Berlin-Rom-Wagen – die geschwungene Heckform, wie aus dem Strömungskanal

Einige technische Daten des Berlin-Rom-Wagens

VW Typ 60 K 10 bzw. Porsche Typ 64 – Baujahr 1939

  • Motor – 4-Zylinder-Viertakt-Boxermotor im Heck, luftgekühlt
  • Motorsteuerung – OHV = zentrale untenliegende Nockenwelle
  • Hubraum – ca. 1100 ccm
  • Leistung – 40 PS bei 3800/min
  • Getriebe: 4-Gang
  • Radaufhängung – vorn Kurbellängslenker – hinten Pendelachse
  • Federung – Drehstäbe
  • Radstand 2.400 mm – Spurweite vorn/hinten 1.290/1.250 mm
  • Länge – 4,15 m
  • Reifen – 5,25–16 Zoll
  • Karrosserie Aluminium – Leergewicht – 525 kg
  • Höchstgeschwindigkeit – 140 kmh

Die Grundkonstruktion – Motor, Radstand, Federung, Radaufhängung – entsprach dem späteren Volkswagen Käfer, so kann man durchaus von einem seriennahen Konzept sprechen. Mit der längsten Übersetzung und dem stärksten der entwickelten Motoren ( 34 bis 50 PS ) konnte der Berlin-Rom-Wagen theoretisch eine Geschwindigkeit von 190 kmh erreichen.

Berlin-Rom-Wagen

Das Heckfenster mir Lüftungsgitter des Berlin-Rom-Wagens – vertraut und doch fremd im Anblick

Oldtimerfreund, gib‘ uns mehr… Fotos, Fotos, Fotos!

Klasse Bildergalerien auf unserer beliebten Reisefoto- und Technik-Website Globetrotter-Fotos.de, die gut zum Thema dieses formenreichen Artikels passen:

Kraftfahrzeuge à la Carte – klassische Automobile und Motorräder auf Globetrotter-Fotos.de

Berlin-Rom-Wagen

Dieser Anblick des Berlin-Rom-Wagens könnte aus einem Film der Reihe ‚Krieg der Sterne‘ sein, oderr?

Edle Oldtimer – eine spannende Foto-Parade klassischer Automobile aller Epochen! 

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